Achim Winter

Wie er es sieht:

   
 

 

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Männer und Frauen! Und ihre Erlebniswelten! Beide nur schwer vereinbar: Das ist klar! Wie sehr sie jedoch tatsächlich auseinanderdriften, das erfuhr ich erst kürzlich wieder im Büro, als ich eine Kollegin über ihre Ziele für dieses Jahr befragte. Sie arbeite, so erzählte sie, mit aller Kraft an der „Ausbildung einer Schenkellücke“, mit Hilfe einer Radikaldiät.

Ich outete mich wieder einmal als ahnungslos: Was zum Teufel ist eine Schenkellücke, wollte ich wissen. Worauf ich sofort jede Achtung meines Gegenübers in Sachen Weltläufigkeit verlor - denn eine Schenkellücke ist nun einmal etwas, was man heutzutage kennt – und worauf eine Frau, die wirklich up-to-date ist, nun wirklich nicht verzichten kann!

Nachdem ich dann erfahren hatte, was eine „Schenkellücke“ ist, fiel mir auf, daß sogar ich dieses Phänomen selber schon bemerkt, es aber - fälschlicherweise - für einen Ausdruck gewisser Mangelerscheinungen gehalten hatte. Die Emotion, die ich mit dem Anblick der „Lücke“ verbunden hatte, war daher eher Mitleid. Ich konnte ja nicht wissen, wie falsch ich damit lag!

Bei der „Schenkellücke“ handelt es sich also, so erfuhr ich, um die Möglichkeit, zwischen den - Ober! - schenkeln einer Frau so hindurchzuschauen, daß man auf der anderen Seite Teile der Landschaft erkennen kann. Selbst auch dann, wenn die Betroffene die Knie fest aneinanderdrückt. Je mehr man nun durch diese „Lücke“ sieht, desto besser ist das für die Selbstwertbilanz der „Besitzerin“.

Wer es bei sich selbst mal testen will: Wenn eine Orange von der etwaigen Größe einer Männerfaust zwischen den Schenkeln durchpaßt, ohne daß man die Knie auseinandernimmt - dann ist man voll dabei! In einer Liga mit der 40-Kilo-Beckham! Oder mit Laetitia, dem Hungerhaken von Asturien! Der Dame mit den Hühnerkrallen. Bei der ja manche denken: Der geht’s dreckig! Das ist aber falsch gedacht! Der geht es nämlich prima! Viel besser nämlich als den armen Damen ohne Schenkellücke!

Und genau hier nähern sich die Erlebniswelten beider Geschlechter doch wieder aneinander an. Die richtig guten Männer, also die, die etwas hipper sind als ich, die machen nämlich mit beim „Schenkellücken“! Der Heiner Lauterbach! Der neue „Gemüse-Gandhi“. Oder der George Clooney! Jetzt ja ganz hohlwangig hinter seiner Espressotasse. Sie denken: Krank! Nein nein! Der hat sich nur jetzt auch eine Lücke in die Schenkel reingehungert! Durch die paßt jetzt locker mal ein Baseball durch – und die Frauen, die flippen noch mehr aus, wenn sie den sehen! Die wissen dann, der ist genauso drauf wie wir, der versteht uns! Und? Na, das macht dann ihn – ja und die Frauen glücklich! Und darum geht’s doch! Ich bin mal selber sehr gespannt, welche wundervolle Wirkung die Schenkellücke auf mich haben wird, wenn ich sie denn habe, so im August...

 

 

 

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